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Die Bregenzerwälder Tracht

Alles Begann mit einem Rock. Bei uns trug man schon früh ein Überkleid dazu. Diese "Juppe" musste umfangreich sein, damit man sie überwerfen konnte. Sie war gefältelt, damit sie trotz ihrem Umfang geschmackvoll anliege und nicht plump wirke. Das frühere Hauptkleid, der Unterrock, empfand man lange als ein richtiges Kleid. Bei einem Regenguss warfen die Frauen ihre Werktagsjuppe kurzerhand mit geübtem Griff von rückwärts herauf über und gingen so ohne jede Hemmung durchs Dorf. Der Unterrock war fürsorglich verziert, der untere Rand war mit grellroten Dreiecksflecken gesäumt, als wär´s ein Dirndlrock. Die Juppe war aus Leinwand, und man trug sie bis zum Schwedenkrieg auch als Arbeitskleid ungefärbt weiß. Die Schweden, ganz verdutzt, haben die weiß gekleideten Wälderinnen für himmlische Wesen gehalten und sind getürmt. Zum Dank für Gottes Hilfe, so die Legende, hätten die Siegerinnen gelobt, kein himmlisches weiß mehr zu tragen, und so färbte man die Juppe schwarz. Die glanzschwarze Juppe erwies sich praktisch, die Wäschetage waren vorbei. Die Merkmale der Juppe sind die silberne Schnalle, der "Bleotz", welcher kunstvoll mit gold-silbernen Stickereinen versehen ist, der "Keadoro", ein kunstvoll goldsilberner bestickter Zierstreifen am Rücken und die verschiedenen Kopfbedeckungen. Die Kopfbedeckungen sind ein ganz besonderes Markenzeichen der Wäldertracht. "Spitzkappe", "Brämokappo", "Stuoz", "Stucho" und besonders das Meisterstück das "Schappale" sind hier zu erwähnen. Das kostbare "Schappale" kostete soviel wie ein ganzer Männeranzug und zwei Wochen Arbeit waren für ein Stück notwendig. Jede Kopfbedeckung wird zum speziellen Anlass getragen. Die Männertracht ist im Original kaum noch zu sehen. Lederhose, Fuhrmannshemd und Rote Weste sind Markenzeichen der Männertracht, schwarz und blau waren sehr beliebt. Blaue Strümpfe passten zur Frauenjuppe, später trug man Lederhose und die Joppe schwarz.

 

 

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