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Unser Dialekt

Früher gingen Hüterkinder ins Schwabenland. Sie verstanden anfangs oft halbe Sätze nicht und wurden kaum verstanden. Solche Mundartunterschiede gibt es nur im alemannischen Sprachraum.
Aber auch in unserem Ländle geht es manchmal schwer. Ein Walserkind wird sich mit einem Wälderkind anfangs auch nicht flott unterhalten können. Und wir möchten nicht fragen, ob alle jungen Auerleute die Alten in allem verstünden. Wir können stolz sein, denn wir sprechen eine Mundart mit so großem Wortschatz und Formenreichtum, dass sich die Sprachforschung interessieren mag. Es soll uns einer so ohne weiteres sagen, was das heißt: "As ischt am undoratz oarab gsin". Oder: "Geb do Nössorn Miot!"
Die Wissenschaft nennt unseren Dialekt eine Reliktmundart. Das heißt wörtlich, dass sie übriggeblieben sei, dass sie noch erhalten geblieben ist aus der ältesten deutschen Sprache. Ein lebendiges Museumsstück also. Unmittelbar ist sie mit den Siedlern aus dem Rheintal und der Bodenseegegend zu uns hereingekommen und hat sich im Innerwald erhalten, während die Rheintalmundart sich weiter wandelte. Wir sprechen also ur-altdeutsch, so dass wir sogar noch manches holländisches Wort verstehen. Wir reden mit viel Tonfall, als ob wir die Sätze singen möchten, wenn sie aus dem Herzen kommen. Wir ändern auch oft die Lautstärke. Weil wir eher zu wenig als zu viel sprechen, wollen wir das Gesagte so zur Geltung bringen. Sag` ich: "a waß!" so heißt das:"Geh` mir weg damit, komm` mir nicht so dumm, ich bin ganz dagegen, was ich da höre". Sage ich aber: "Ja waas?" so vernehme ich etwas mit Freude und Zustimmung. Wir betonen auch das wichtigste Wort im Satz auffallend. Wir reden gern mit beiden Händen, oft auch mit Schultern und Körperbewegungen.
Auf der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck hat einmal ein Wälder zum anderen gesagt: "Ich weiß nicht, ich stoß an allen Leuten an." Der andere sagte: "Dann steck´ beim Reden die Hände in den Hosensack!"  "Dann kann man nicht reden", sagt der Fuchtler.

Einige Redensarten und Ausdrücke im Hinterwälder Dialekt:

bschnotto - trist
eatz eona-wedo - etwas erfahren
heondorföar - verkehrt
knipplo - keppeln, streiten
ranscho - ausgehen
undorlo - wiederkäuen
Miot - Mischung von Viehsalz und Futtermittel
Gebso - niedriges, breites, rundes Holzgefäß
Nößor - Ziegen und Schafe
Schlaud - mähreifes saftiges Neugras in den Vorsäßen
Xig - letztes Produkt in der Milchverwertung
bäslo - spielen
z´boßat - ist eine Kuh, wenn sie Euterentzündung hat
trüjo - zunehmen, dicker werden, gedeien
Zwo Lobota gind o a Hohzeg          Wenn sich zwei ältere Leute zur Hochzeit
                                                        finden
Ar pfnäschtot wio a dimpfegs Roß   Wenn jemand schwer nach Atem ringt
Wanna bescht du?                          Woher kommst du?
Bescht o im Reos, Miann?                Bist´ auch unterwegs, Marianne?

 

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